Staakener Bilder zum 13. August 1961

Heute vor 50 Jahren begann in Berlin der Mauerbau. Anlässlich eines B-Jugend-Bundesliga-Spiels zwischen Hertha BSC und Tebe heute Mittag im Amateurstadion, wurde zum Beginn der zweiten Spielhäfte für die an der Mauer ermordeten Menschen eine Gedenkminute gewidmet.

1961 war ich noch nicht geboren, so dass ich als „West-Berliner-Junge“ „mit der Mauer“ aufgewachsen bin. Meine Kindheit verbrachte ich in Spandau bzw. in Staaken und wer es ganz genau wissen möchte: Im Pinneberger Weg. Damals war dort alles noch sehr ländlich. In der Nähe meines Zuhauses waren Felder und sogar noch zwei Bauernhöfe. Einer lag am Bahnübergang Brandwerder (Spandauer Straße/Magistratsweg) und dort konnte man frische Milch kaufen. Heute gibt es diesen Bauernhof natürlich nicht mehr und auch nicht mehr den Bahnübergang, denn der Magistratsweg wurde schon vor langer Zeit mittels einer Unterführung unter die Gleise verlegt. In der Zeppelin-Grundschule in der Gartenstadt Staaken verbrachte ich meine ersten sechs Schuljahre. Die Mauer verlief zwar nicht vor unserer Haustür, aber doch so in der Nähe, dass ich sie mit meinem Fahrrad in einer Viertelstunde erreichen konnte. Am ehemaligen S-Bahnhof Staaken befand sich eine Straßenbrücke über die Fernbahngleise. Von dort aus hatte man eine gute Aussicht auf die Grenzanlagen in diesem Bereich: Einen Wachturm, von welchem man immer mit Ferngläsern beobachtet wurde, die Mauer und so weiter. Außerdem hielten dort die Fernzüge und wurden von außen von den Grenzern nach Flüchtlingen abgesucht. Die Grenzzugbegleiter verließen dort auch den Zug bzw. stiegen für die „Transit“-Fahrt nach „West-Deutschland“ zu. Kurz hinter den Grenzanlagen befanden sich aber auch eine bewohnte Kleinhaussiedlung.

Ich habe etwas in meinem Archiv gekramt. An meiner späteren Oberschule konnte ich mir im jahr 1979 eine Spiegelreflexkamera ausleihen. Mit dieser zog ich ein paar Tage durch die Gegend und knipste drauflos. Hier zwei kleine Serien, wobei die Bilder nach über 30 Jahren leider schon etwas verblichen sind.

Galerie 1. Vom Staakener Grenzweg, nördlich der Falkenseer Chaussee:

 

Galerie 2. Von der damals stillgelegten Hamburger Bahn zwischen der Mauer und dem Bahnhof Spandau:

 

 

Nichts besonderes, aber damals konnte ich ja noch nicht wissen, dass ich irgendwann einmal einen kleinen Blog unterhalten und Bilder ins Internet stellen würde. Sonst hätte ich sicher besser dokumentiert. Von der oben beschriebenen Brücke habe ich leider keine Fotos gemacht, bin dafür im Internet aber hier fündig geworden. Der ekelige Turm war damals jedoch rund .

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2 Kommentare

  • Peter

    ..als Staakener Zuzug (Torweg/Klosterbuschweg) bin ich oft spazierend unterwegs und frage mich dann immer, wie es hier zur Mauerzeit ausgesehen hat. Ich weiß zwar ziemlich genau, wo die Mauer stand (besser: Grenze verlief) aber ein paar Bilder aus der Zeit wären hochinteressant für mich. Vermutlich haben Sie noch mehr davon? Ich würde mich über Kontaktaufnahme sehr freuen.
    Grüße,
    Peter

  • Uwe Gerber

    Hallo Peter,
    nein, leider nicht!
    Ich hatte damals gar keine Kamera. Die Bilder oben hatte ich mit einer Leih-Kamera aus der Schule gemacht.
    Viele Grüße
    Uwe

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