Luftschiff über den Funkturm – Wo entstand diese Aufnahme?

Auf der Rückseite des Fotos ist lediglich „Charlottenburg“ vermerkt. Zu sehen ist offenbar der Funkturm (erbaut 1926), wie er mit seiner Spitze in den 30iger-Jahren ausgesehen hat. Darüber ein Luftschiff. Im Hintergrund ist ein Bahn- und/oder ein Straßendamm zu erkennen, auf welchem sich zwei beflagte Flaggenmasten befinden.

Vielleicht entstand das Bild daher am Eröffnungstag der Olympischen Spiele 1936 in Berlin, dachte ich zunächst?  Bei dem Luftschiff würde es sich dann um die Hindenburg handeln. Aber die Hindenburg hatte bei der Eröffungsfahrt an ihrem oberen und unteren Heckruder jeweils ein Hakenkreuz (siehe hier), das ist hier aber nicht der Fall. Es handelt sich also wohl nicht um die Olympiafahrt der Hindenburg vom 01. August 1936. Möglicherweise handelt es sich daher um die LZ127 Graf Zeppelin, vielleicht bei ihrem Vorbeiflug 1929 zur ersten und bisher einzigsten Weltumrundung eines Luftschiffes…oder aber…?

Das Problem ist, dass es in der Nähe des Berliner Funkturms keine Gewässer gibt. Die Havel mit dem Bereich um Pichelswerder ist zu weit weg. Von dort aus sieht man den Funkturm nicht. Lediglich der Halensee und den Lietzensee ist in der Nähe. Der Lietzensee wird zwar von einer Straßentrasse unterbrochen, aber mir ist nicht bekannt, dass es dort früher einmal bauliche Anlagen in Form eines Bootshauses oder ähnliches gab, wie auf dem Foto ersichtlich. Auch vom Halensee aus kann ich die Bildperspektive nicht zuordnen, wobei sich am Halensee von 1909 – 1933 der Lunapark befand.

Hat jemand eine Idee…..?????

 

8 Kommentare

  • -sb

    Hallo Uwe, erstmal herzlichen Glückwunsch zu dieser einmaligen Aufnahme! Mit großer Wahrscheinlichkeit geht die Aufnahme über den Halensee Richtung Norden. Im Hintergrund ist also der Bahndamm. Auf dem Bild
    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Bundesarchiv_Bild_146-1993-069-16,_Berlin-Halensee,_Lunapark.jpg&filetimestamp=20081212221401
    bei wikipedia siehst Du ganz vorne links einen Steg, der weiter in der Mitte des Sees bebaut ist (die Gesamtszenerie erkennst Du im Buch Berlin-Grunewald von Peter-Alexander Bösel, das Du vielleicht besitzt, auf dem Bild auf Seite 9. Dieser bebaute Steg ist das Vordergrundmotiv auf Deinem Bild. Dahinter fehlt wohl schon einiges der Lunapark-Bebauung, so dass die Datierung wohl 1935-36 sein sollte.

    Gruß,

    -sb

  • Uwe

    Herzlichen Dank -sb
    Klingt absolut plausibel. Ich werde bei passender Geegenheit versuchen, vom Ostufer des Halensee aus ein Foto zu machen um die Perspektive wenigstens etwas einzufangen. Dadurch, dass von den Anlagen des Lunaparks nichts mehr vorhanden ist, dürfte es nicht ganz einfach sein. Aber schau’n wir mal.
    Den Lunapark habe ich auf meiner Unterseite bisher stieflich behandelt, da das Bildmaterial darüber einfach zu teuer ist.
    Viele Grüße
    Uwe

  • -sb

    Hallo Uwe, hinter den beiden Tiefseetauchern auf Deiner Lunaparkseite erkennt man übrigens rechts auch was von der Stegkonstruktion. Bei der Überarbeitung der Seite hast Du offenbar, meiner Ansicht nach völlig zurecht, die Ansichtskarte vom Prüterius-Teich rausgenommen. Zu dem erkennbaren ausladenden Feuchtgebiet passte viel besser die Beschreibung des Lunaparks in Hamburg-Altona:

    „Die in dem Park enthaltenen See- und Wasseranlagen wurden auf natürlichem Wege durch die in dieser Gegend entspringende Isebek gespeist. Ungünstigerweise dienten die Teiche jedoch auch als Rückhaltebecken für die Kanalisation, so dass das Wasser nicht immer von bester Qualität war.“ Quelle: Wikipedia

    Der Name Prüterius scheint übrigens in Deutschland ausgestorben zu sein.

    Gruss, -sb

  • Uwe

    Hallo -sb,
    ja, der Steg hinter den beiden Tauchern ist mir auch aufgefallen.
    Die Karte vom Prüterius-Teich hatte ich schon vor längerer Zeit erworben. In dem Pharus Plan von 1904 ist nord-östlich vom Halensee noch ein kleiner Teich eingezeichnet, aber nur auf diesem Plan. Ich hatte die Vermutung, dass es sich hierbei vielleicht um den Prüterius-Teich handeln könnte. Das hat sich bisher aber nicht bestätigt und ich glaube es auch nicht.
    Das der P-Teich im Lunapark Hamburg-Altona lag, kann sein, Deine Erklärung klingt jedenfalls plausibel.
    Allerdings liegt mir noch eine Karte aus dem Jahr 1915 vom Lunapark am Auensee in leipzig-Wahren vor. Darauf ist neben dem großen, eckigen See auch noch ein kleinerer See mit Baum-/Strauchbewuchs erkennbar.
    Ja, es stimmt, der Name Prüterius-Teich ist scheinbar in Vergessenheit geraten – bis jetzt, denn Google liest hier normalerweise gut mit. 😉
    Viele Grüße
    Uwe

  • -sb

    Hallo Uwe,

    Lunaparks waren nicht selten in Deutschland. Wenn Du den kleinen Teich
    auf dem Stadtplan betrachtest und dessen Ausfluss, dann muss direkt daneben
    die Trabener Straße und der Hang der Bahntrasse erkennbar sein. Auf Deiner
    Ansichtskarte dehnt sich das Feuchtgebiet aber rechts weiter aus.

    Du kennst vielleicht die Seite verwandt.de, wo Du die Verteilung der Namen
    über Deutschland verfolgen kannst. Die Gerbers haben z.B. einen Schwerpunkt
    im Vogtland, vielleicht beufsbedingt. Selbst die Familie einer Kollegin, deren
    Name in Deutschland einmalig ist, ist dort korrekt aufgeführt, aber Prüterius’se
    fehlen heute in den deutschen Telefonbüchern.

    Viele Grüße,

    -sb

  • Uwe Gerber

    Hallo -sb,
    gut, dann versuchen wir doch mal jemanden zu finden, der mit PRÜTERIUS etwas anfangen kann.
    http://uwe-gerber.de/wordpress/?p=2447
    Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. 🙂
    Viele Grüße
    Uwe

  • Pingback: Prüterius: Wer kennt dieses Wort? « Gerber's Blog

  • Uwe Gerber

    Die Website mit dem Halensee ist jetzt überarbeitet.
    Mir ist es gelungen,
    1. ein Luftbild von 1903 mit der Steganlage und
    2. ein Bild von 1954 mit einer ähnlichen Persepktive und aufzutreiben und
    3. am 03. Februar 2012, bei Sonnenschein, zahlreiche Bilder vom vereisten Halensee zu machen.
    http://www.forst-grunewald.de/html/halensee.html

    Nochmals herzlichen Dank an -sb!

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